Aktuelles






Freitag, 27. November 2020

Make Amazon Pay statt Black Friday

Zu den Gewinnern der Coronakrise gehört eindeutig Amazon. Trotzdem zahlt das Unternehmen nirgendwo auf der Welt angemessene Steuern, sondern beutet seine Mitarbeiter aus. Grund genug, sich an Aktionen wie BlackFriday nicht zu beteiligen.
weitere Informationen auf https://makeamazonpay.com/






Donnerstag, 10. September 2020

Stadtschloss der Hohenzollern

Während in anderen Ländern die Menschen Denkmäler stürzen, wird in Deutschand das Stadtschloss der Hohenzollern wieder aufgebaut. Der Familie, die mit Kriegen und Gewalt ganz Deutschland an sich riss und maßgeblich an der Anzettelung des Ersten Weltkriegs beteiligt war.
Auch das ist eine Aussage.






Montag, 15. Juni 2020

Der Tod von George Floyd und die Folgen

Nach der Ermordung von George Floyd am 25. Mai 2020 gingen an vielen Orten Menschen gegen Rassismus auf die Straße. Am 11. Juni 2020 stürzte in Bristol eine aufgebrachte Menge das Denkmal des Sklavenhändlers Edward Colston vom Sockel und stürzte es ins Hafenbecken.
https://www.theguardian.com/us-news/2020/may/26/george-floyd-killing-police-video-fbi-investigation

Es ist billig, sich über Rassismus in den USA aufzuregen, um dann ein Schnitzel zum Sensations-Sonderpreis zu kaufen, denn George Floyd arbeitet in Deutschland bei Tönnies und ähnlichen Firmen.

Vielleicht ist es nicht nur an der Zeit, zu überdenken, wessen Andenken man mit Denkmälern und Straßennamen ehrt. Auch in Duisburg gibt es z.B. eine Kaiser-Wilhelm-Straße und einen Friedrich-Wilhelm-Platz und die Friedrich-Wilhelm-Straße. In zahlreichen Städten gibt es Hindenburgstraßen oder Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasien. Und vielleicht muss man Geschichte auch anders erzählen. Viele der mittelalterlich, frühneuzeitlichen Fürsten waren kaum mehr als Warlords, die die die Bevölkerung ausgebeutet und schikaniert haben.

Vielleicht muss man Geschichte viel mehr im Sinne von Bertolt Brecht erzählen:

FRAGEN EINES LESENDEN ARBEITERS

Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon,
Wer baute es so viele Male auf ? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war,
Die Maurer? Das große Rom
Ist voll von Triumphbögen. Über wen
Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz
Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis
Brüllten doch in der Nacht, wo das Meer es verschlang,
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.
Der junge Alexander eroberte Indien.
Er allein?
Cäsar schlug die Gallier.
Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm?
Jede Seite ein Sieg.
Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen?

So viele Berichte,
So viele Fragen.






Freitag, 8. Mai 2020

Ende des Krieges in Europa

Am 8. Mai 1985 hielt der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker eine Rede zum Gedenken an das Ende des Krieges in Europa. Er schloss mit den Worten: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Haß
gegen andere Menschen,
gegen Russen oder Amerikaner,
gegen Juden oder Türken,
gegen Alternative oder Konservative,
gegen Schwarz oder Weiß.
Lernen Sie miteinander zu leben, nicht gegeneinander.
Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politiker dies immer wieder beherzigen und ein Beispiel geben.
Ehren wir die Freiheit.
Arbeiten wir für den Frieden.
Halten wir uns an das Recht.
Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit.

Schauen wir am heutigen 8. Mai, so gut wir es können, der Wahrheit ins Auge.
Die gesamte Rede finden Sie im webarchiv des Deutschen Bundestages:
http://webarchiv.bundestag.de/archive/2006/0202/parlament/geschichte/parlhist/dokumente/dok08.html

Hören können Sie die Rede hier:
https://archive.org/details/BefreiungVomNationalsozialismusRede8Mai1985RichardVonWeizsaecker


Auch in meinem Vortrag über den Sound des 20. Jahrhunderts, Teil 1 kommt das Kriegsende vor. Der letzte Wehrmachtsbericht vom 9. Mai 1945.

20 Uhr und 3 Minuten. Reichssender Flensburg und die angeschlossenen Sender. Wir bringen heute den letzten Wehrmachtsbericht dieses Krieges. Aus dem Hauptquartier des Großadmirals, den 9. Mai 1945. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt. ... Seit Mitternacht schweigen nun an allen Fronten die Waffen. Auf Befehl des Großadmirals hat die Wehrmacht den aussichtslos gewordenen Kampf eingestellt. Damit ist das fast sechsjährige heldenhafte Ringen zuende. Es hat uns große Siege, aber auch schwere Niederlagen gebracht. Die deutsche Wehrmacht ist am Ende einer gewaltigen Übermacht ehrenvoll unterlegen. Wir brachten den Wortlaut des letzten Wehrmachtsberichtes dieses Krieges. Es tritt eine Funkstille von 3 Minuten ein.






Dienstag, 28. April 2020

Wer reich ist, kann sich die Quarantäne gemütlich machen

Schon Edgar Allan Poe war klar, dass, wer reich ist, sich sein Leben angenehmer gestalten kann, auch in der Krise. Irgendwie erinnert mich die Geschichte auch an die Deutsche Fußball Liga.

Edgar Allan Poe: Die Maske des roten Todes.

http://www.zeno.org/Literatur/M/Poe,+Edgar+Allan/Erz%C3%A4hlungen/Die+Maske+des+roten+Todes






Mittwoch, 8. April 2020

Emily Dickinson wählt freiwillig social distancing als Lebensform

Emily Dickinson wurde 1830 in Amherst/Massachusetts geboren. Außer für eine kurze Reise nach Washington und Philadelphia hat sie ihren Heimatort nicht verlassen. Zuerst als Pflegerin ihrer kranken Mutter, dann freiwillig, hat sie das Haus, in dem sie lebte, nur noch selten verlassen. Sie verbrachte fast ihr ganzes Leben in - wie man das heute nennt - social distancing. Trotzdem war sie interessiert an der Welt und den Dingen, die in ihr vorgingen. Sie unterhielt zahlreiche rege Briefwechsel.

Ihre Haupteinflüsse waren die Werke William Shakespeares und die Bibel. Geradezu modern wird sie durch ihr skeptisches, beinahe existenzialistisches Weltbild und ihre Sprach- und Versexperimente. Oft am Rhythmus von Kirchenliedern und Psalmen orientiert, reiht sie intensive Bilder aneinander und verzichtet dabei auf eine syntaktische Gliederung.

Viele ihrer Gedichte sandte sie mit ihren Briefen an Freunde und Bekannte. Als sie 1886 in Amherst starb, waren von den 1.799 Gedichten, die sie hinterlassen hat, nur sieben veröffentlicht.

Ich plane nun auch einen ganzen Abend über Emily Dickinson.

'Hope' is the thing with feathers -
That perches in the soul -
And sings the tune without the words -
And never stops - at all -

And sweetest - in the Gale - is heard -
And sore must be the storm -
That could abash the little Bird
That kept so many warm -

I've heard it in the chillest land -
And on the strangest Sea -
Yet - never - in Extremity,
It asked a crumb - of me.

Vocabulary

perch = sitzen, hocken
Gale = Sturm
sore = schlimm
abash = jemanden beschämen
chillest = chill: kalt, frostig
Extremity = in extremer Situation
crumb = (Brot-)Krumen

Links

: Sämtliche Gedichte. Zweisprachig. Mit zwei Lesebändchen. Hanser, ISBN/EAN: 9783446247307 (Sprache: deutsch)
Die erste deutsche Gesamtausgabe von Emily Dickinsons rund 1800 Gedichten zeigt die ganze Vielfalt ihrer Themen, ihren Einfallsreichtum im Formalen und ihre überraschende Entwicklung. Ihr lyrisches Werk kam zu früh für ihre engstirnige puritanische Umgebung in den USA. Kein Wunder, dass Dickinson ihre Zeitgenossen auf Distanz und ihre Lyrik unter Verschluss hielt - ihre Gedichte sind voller Ketzerei und Spottlust, ihr Werk mutig, frei und radikal im Nachdenken über die Grundfragen unserer Existenz. Die Übersetzerin Gunhild Kübler zeichnet im Nachwort ein Bild vom Leben dieser großen amerikanischen Dichterin.

: The Poetry of Emily Dickinson. ISBN/EAN: 9781788884563 (Sprache: englisch)
















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