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zeitlos

Gesehen an der Kathedrale Sanctissimae Trinitatis in Dresden, August 2022






Sonntag, 2. Oktober 2022

Marxlohland von Stephanie Heidamowicz

Vorpremiere in der katholischen Kirche im Petershof in Marxloh.
Ähnlich wie 1994 bereits Alice Agneskirchner mit Rauliens Revier über das gar nicht so weit entferne Duisburg Bruckhausen, gelingt Stephanie Heidamowicz und ihrer Kamerafrau Kathrin Hartmann ein Blick auf die Menschen in Marxloh. Fernab von Politkergeschwafel über eine No-Go-Area oder Multi-Kulti-Verzückung schaut sie auf Probleme und Erfolge. Kamera und Interviews sind immer nah bei den Menschen, aber niemals entblößend oder voyeuristisch.
Läuft bald im filmforum. Nicht verpassen!!!
https://www.marxlohland.de/






Samstag, 1. Oktober 2022

Brexit nun wirklich vollzogen

Boris Johnson war besonders stolz darauf, den Brexit endlich vollzogen zu haben. Doch erst mit Liz Truss als Premierminister und ihrem Mini-Budget ist das Ziel des Brexit wirklich erreicht: Großbritannien in ein Supercasino für Superreiche zu verwandeln.
https://www.theguardian.com/uk-news/2022/sep/30/truss-admits-mini-budget-caused-disruption-but-says-govt-has-clear-plan






Donnerstag, 8. September 2022

Elizabeth II. Windsor stirbt in Balmoral.

Mit Elizabeth II. stirbt die letzte akive "Politikerin" der Generation Zweiter Weltkrieg. Ihre Herrschaft dauerte länger als jede andere.
Wie wird es weitergehen?






Dienstag, 30. August 2022

Residenzschloss Dresden

Das Residenzschloss in Dresden wurde im "Best-of"-Stil aller Epochen restauriert, so wie man es gerne gehabt hätte, es aber niemals in der Vergangenheit tatsächlich ausgesehen hat. Um es für heutige oberflächliche Augen möglichst gefällig zu haben, wurden aus allen am Gebäude vorkommenden Baustilen bei der Restaurierung immer die ausgewählten, die heutigen touristischen Vorstellungen am meisten entgegenkommen, ohne Rücksicht auf historische Aufrichtigkeit.
Diese "Technik" zieht sich durch die gesamte Dresdener Altstadt, von Pseudobarock-Häusern bis zur in voller Barocker Pracht wiedererrichteten Frauenkirche.
So als hätte das 20. Jahrhundert nicht statgefunden. Diese Rekonstruktion ist zu tiefst revisionistisch und kein Einzelfall. Über eine revisionistische Außenpolitik muss man sich angesichts dessen nicht mehr wundern.






Dienstag, 10. Mai 2022

Tag der Bücherverbrennung

Verbrannte Orte.
Ein Onlineatlas zu den Orten der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen 1933.






Sonntag, 27. Februar 2022

SPD verabschiedet sich vom Erbe Willy Brandts

Wer jetzt auf "Friedensdemonstartionen" geht, und nicht ein Ende aller Waffenlieferungen fordert, wer nicht den sofortigen Austritt aus der NATO verlangt oder womöglich sogar Gelder für die ukrainische Armee sammelt oder gibt, der steht nicht für Frieden, sondern gießt Öl ins Feuer.

Nachdem sie sich von seinem sozialpolitischen Erbe schon vor zwanzig Jahren entfernt hatte, beendigt die SPD im Bundestag nun auch das außenpolitische Erbe von Willy Brandt. Sie sollten sein Denkmal aus ihrer Prateizentrale entfernen. Das wäre wenigstens ehrlich.

Und die Presse? Wie zu erwarten: Eine Katastrophe. Der Bundestag, die Regierung, die Presse, die Demonstranten. Deutschland im kollektiven Kriegstaumel. Seit heute ist Deutschland eine Nation der Kriegstreiber. Aber es liegt schon in der Idee der "Nation", dass es so endet.

Nun liegt es in der menschlichen Natur, daß sich starke Gefühle nicht ins Unendliche prolongieren lassen, weder in einem einzelnen Individuum noch in einem Volke, und das weiß die militärische Organisation. Sie benötigt darum eine künstliche Aufstachelung, ein ständiges doping der Erregung, und diesen Aufpeitschungsdienst sollten – mit gutem oder schlechtem Gewissen, ehrlich oder aus fachlicher Routine – die Intellektuellen leisten, die Dichter, die Schriftsteller, die Journalisten. Sie hatten die Haßtrommel geschlagen und schlugen sie kräftig, bis jedem Unbefangenen die Ohren gellten und das Herz erschauerte. Gehorsam dienten sie fast alle in Deutschland, in Frankreich, in Italien, in Rußland, in Belgien der Kriegspropaganda und damit dem Massenwahn und Massenhaß des Krieges, statt ihn zu bekämpfen.

Zweig, Stefan: Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers. (1944 erschienen.)






Sonntag, 20. Februar 2022

Europa im Krieg kann wieder gedacht und laut ausgesprochen werden.

Was ist nur aus dem "Nie wieder!" von 1918 und 1945 geworden? Wieso hat die EU vor zehn Jahren (2012) den Friedensnobelpreis bekommen? Heute kann wieder ganz offen und ungestraft über die Möglichkeiten eines Krieges in Europa nachgedacht und debattiert werden.

Rüstungslobbyisten wie die Münchener "Sicherheits"konferenz und Kriegstreiber wie der NATO Generalsekretär Jens Stoltenberg und die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock gießen beständig Öl ins Feuer ohne dass ihnen jemand in den Arm bzw. ins Wort fällt.

Deshalb möchte ich hier ganz LAUT und deutlich an einen Text von Wolfgang Borchert (1921-1947) erinnern, der anscheinend bei zu vielen Menschen in Vergessenheit geraten ist.

Mein NEIN! sei damit deutlich vernehmbar in die Welt hinaus gerufen.

Wolfgang Borchert

Dann gibt es nur eins!

Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern Stahlhelme und Maschinengewehre. dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst
statt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Haßlieder singen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren - sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Truppentransport, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:

Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!

Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann:
dann:

In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und muschelüberwest den früher so schimmernden dröhnenden Leib, friedhöflich fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben -
die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen kraterzerrissenen Straßen -
eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen, gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig, unaufhaltsam -
der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken -
in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln -
in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und Kirschsaft verkommen - das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln — zerbröckeln — zerbröckeln —
dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend - und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch – all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn – wenn –
wenn ihr nicht NEIN sagt.







Sonntag, 3. Oktober 2021

Walter Kaufmann - Welch ein Leben.

Walter Kaufmann, 1924 in Berlin geboren, in Duisburg gelebt bis zu seiner Flucht 1938, hat ein eindrucksvolles und beeindruckendes Leben geführt. Er starb am 15. April 2021 im Alter von 97 Jahren.

Ich hatte das Glück, ihn auf zwei Lesungen in Duisburg zu erleben. Ich empfehle, sich den Film unbedingt anzusehen.






Samstag, 18. September 2021

Rettungskette für Menschenrechte #HandInHand

Auf diese wichtige Aktion wurde ich durch den newsletter der Buchhandlung Scheuermann aufmerksam gemacht. Eine Menschenkette von Hamburg bist zu Adriaküste.

weiter Infos finden Sie auf https://www.rettungskette.eu/de/home/

Nachtrag:
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Bertold Brecht
Etwa vierzig Teilnehmer haben es geschafft in Wanheimerort eine Menschenkette von Höhe "Fischerstraße" bis Höhe "Im Schlenk" zu bilden, also in etwa entlang der DVG Haltestelle. Ziemlich wenig, wie finde. Um so mehr Dank an jeden, der dort war.
Zahlreiche Einkäufer interessierten sich nicht dafür.






Freitag, 27. November 2020

Make Amazon Pay statt Black Friday

Zu den Gewinnern der Coronakrise gehört eindeutig Amazon. Trotzdem zahlt das Unternehmen nirgendwo auf der Welt angemessene Steuern, sondern beutet seine Mitarbeiter aus. Grund genug, sich an Aktionen wie BlackFriday nicht zu beteiligen.
weitere Informationen auf https://makeamazonpay.com/






Donnerstag, 10. September 2020

Stadtschloss der Hohenzollern

Während in anderen Ländern die Menschen Denkmäler stürzen, wird in Deutschand das Stadtschloss der Hohenzollern wieder aufgebaut. Der Familie, die mit Kriegen und Gewalt ganz Deutschland an sich riss und maßgeblich an der Anzettelung des Ersten Weltkriegs beteiligt war.
Auch das ist eine Aussage.

Nachtrag (10. September 2021):
Interessant ist auch der Blick von aussen, wie z.B. hier im Guardian: https://www.theguardian.com/culture/2021/sep/09/berlin-museum-humboldt-forum
Like an imposing Disneyland castle minus the fun, the Humboldt Forum stands in the middle of Berlin’s Museum Island, its beige walls and freshly carved stonework gleaming with the unreal quality of a high-definition digital model. Pieced together from photographic records, it is a simulacrum for the media age: a reconstructed image of a palace, made from images, to project an image of an idealised past. The sense of encountering a stage set is confirmed when you turn the corner and find the eastern facade has shed the period costume altogether. It greets the River Spree with a stripped-back concrete grid, giving chilling echoes of the more recent fascist past.






Montag, 15. Juni 2020

Der Tod von George Floyd und die Folgen

Nach der Ermordung von George Floyd am 25. Mai 2020 gingen an vielen Orten Menschen gegen Rassismus auf die Straße. Am 11. Juni 2020 stürzte in Bristol eine aufgebrachte Menge das Denkmal des Sklavenhändlers Edward Colston vom Sockel und stürzte es ins Hafenbecken.
https://www.theguardian.com/us-news/2020/may/26/george-floyd-killing-police-video-fbi-investigation

Es ist billig, sich über Rassismus in den USA aufzuregen, um dann ein Schnitzel zum Sensations-Sonderpreis zu kaufen, denn George Floyd arbeitet in Deutschland bei Tönnies und ähnlichen Firmen.

Vielleicht ist es nicht nur an der Zeit, zu überdenken, wessen Andenken man mit Denkmälern und Straßennamen ehrt. Auch in Duisburg gibt es z.B. eine Kaiser-Wilhelm-Straße und einen Friedrich-Wilhelm-Platz und die Friedrich-Wilhelm-Straße. In zahlreichen Städten gibt es Hindenburgstraßen oder Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasien. Und vielleicht muss man Geschichte auch anders erzählen. Viele der mittelalterlich, frühneuzeitlichen Fürsten waren kaum mehr als Warlords, die die die Bevölkerung ausgebeutet und schikaniert haben.

Vielleicht muss man Geschichte viel mehr im Sinne von Bertolt Brecht erzählen:

FRAGEN EINES LESENDEN ARBEITERS

Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon,
Wer baute es so viele Male auf ? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war,
Die Maurer? Das große Rom
Ist voll von Triumphbögen. Über wen
Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz
Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis
Brüllten doch in der Nacht, wo das Meer es verschlang,
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.
Der junge Alexander eroberte Indien.
Er allein?
Cäsar schlug die Gallier.
Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm?
Jede Seite ein Sieg.
Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen?

So viele Berichte,
So viele Fragen.






Freitag, 8. Mai 2020

Ende des Krieges in Europa

Am 8. Mai 1985 hielt der damalige Bundespräsident Weizsächer, Richard von: Rede zum 8. Mai 1958 eine Rede zum Gedenken an das Ende des Krieges in Europa. Er schloss mit den Worten:

Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Haß
gegen andere Menschen,
gegen Russen oder Amerikaner,
gegen Juden oder Türken,
gegen Alternative oder Konservative,
gegen Schwarz oder Weiß.
Lernen Sie miteinander zu leben, nicht gegeneinander.
Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politiker dies immer wieder beherzigen und ein Beispiel geben.
Ehren wir die Freiheit.
Arbeiten wir für den Frieden.
Halten wir uns an das Recht.
Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit.
Schauen wir am heutigen 8. Mai, so gut wir es können, der Wahrheit ins Auge.

Die gesamte Rede finden Sie im webarchiv des Deutschen Bundestages:
http://webarchiv.bundestag.de/archive/2006/0202/parlament/geschichte/parlhist/dokumente/dok08.html

Hören können Sie die Rede hier:
https://archive.org/details/BefreiungVomNationalsozialismusRede8Mai1985RichardVonWeizsaecker


Auch in meinem Vortrag über den Sound des 20. Jahrhunderts, Teil 1 kommt das Kriegsende vor. Der letzte Wehrmachtsbericht vom 9. Mai 1945.

20 Uhr und 3 Minuten. Reichssender Flensburg und die angeschlossenen Sender. Wir bringen heute den letzten Wehrmachtsbericht dieses Krieges. Aus dem Hauptquartier des Großadmirals, den 9. Mai 1945. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt. ... Seit Mitternacht schweigen nun an allen Fronten die Waffen. Auf Befehl des Großadmirals hat die Wehrmacht den aussichtslos gewordenen Kampf eingestellt. Damit ist das fast sechsjährige heldenhafte Ringen zuende. Es hat uns große Siege, aber auch schwere Niederlagen gebracht. Die deutsche Wehrmacht ist am Ende einer gewaltigen Übermacht ehrenvoll unterlegen. Wir brachten den Wortlaut des letzten Wehrmachtsberichtes dieses Krieges. Es tritt eine Funkstille von 3 Minuten ein.






Dienstag, 28. April 2020

Wer reich ist, kann sich die Quarantäne gemütlich machen

Schon Edgar Allan Poe war klar, dass, wer reich ist, sich sein Leben angenehmer gestalten kann, auch in der Krise. Irgendwie erinnert mich die Geschichte auch an die Deutsche Fußball Liga.

Edgar Allan Poe: Die Maske des roten Todes.

http://www.zeno.org/Literatur/M/Poe,+Edgar+Allan/Erz%C3%A4hlungen/Die+Maske+des+roten+Todes






Mittwoch, 8. April 2020

Emily Dickinson wählt freiwillig social distancing als Lebensform

Emily Dickinson wurde 1830 in Amherst/Massachusetts geboren. Außer für eine kurze Reise nach Washington und Philadelphia hat sie ihren Heimatort nicht verlassen. Zuerst als Pflegerin ihrer kranken Mutter, dann freiwillig, hat sie das Haus, in dem sie lebte, nur noch selten verlassen. Sie verbrachte fast ihr ganzes Leben in - wie man das heute nennt - social distancing. Trotzdem war sie interessiert an der Welt und den Dingen, die in ihr vorgingen. Sie unterhielt zahlreiche rege Briefwechsel.

Ihre Haupteinflüsse waren die Werke William Shakespeares und die Bibel. Geradezu modern wird sie durch ihr skeptisches, beinahe existenzialistisches Weltbild und ihre Sprach- und Versexperimente. Oft am Rhythmus von Kirchenliedern und Psalmen orientiert, reiht sie intensive Bilder aneinander und verzichtet dabei auf eine syntaktische Gliederung.

Viele ihrer Gedichte sandte sie mit ihren Briefen an Freunde und Bekannte. Als sie 1886 in Amherst starb, waren von den 1.799 Gedichten, die sie hinterlassen hat, nur sieben veröffentlicht.

Ich plane nun auch einen ganzen Abend über Emily Dickinson.

'Hope' is the thing with feathers -
That perches in the soul -
And sings the tune without the words -
And never stops - at all -

And sweetest - in the Gale - is heard -
And sore must be the storm -
That could abash the little Bird
That kept so many warm -

I've heard it in the chillest land -
And on the strangest Sea -
Yet - never - in Extremity,
It asked a crumb - of me.

Vocabulary

perch = sitzen, hocken
Gale = Sturm
sore = schlimm
abash = jemanden beschämen
chillest = chill: kalt, frostig
Extremity = in extremer Situation
crumb = (Brot-)Krumen

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